Stiftung Kartause Ittingen - Warth (Schweiz)
Gründungsdatum
1150 Gründung des Augustiner Chorherrenstift Ittingen
1461 Der Kartäuser-Orden kauft das Kloster
1848 Aufhebung des Klosters durch den Kanton Thurgau
1876 Die Familie Fehr kauft das Kloster und betreibt einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb
20. April 1977 Gründung der Stiftung Kartause Ittingen
«Die Stiftung bezweckt durch den Kauf und die Wiederherstellung der Kartause Ittingen, die Anlage in ihrem historischen Bestand zu erhalten und als weitgehend eigenwirtschaftliches Kulturzentrum zu betreiben.
Zu diesem Zweck führt sie einen Schulungs- und Tagungsbetrieb, einen Werkbetrieb und einen Gutsbetrieb, und sie ermöglicht dem Kanton Thurgau den Betrieb eines Ittinger- und eines Kunstmuseums.»
Die Stiftung
Das heutige Betriebskonzept baut auf klösterlichen Werten auf: Gastfreundschaft, Bildung und Begegnung, Selbstversorgung, Fürsorge, Spiritualität, Pflege der Kultur. Diese Werte werden im betrieblichen Alltag in einer den heutigen Verhältnissen angepassten Art und Weise gelebt. Heute zählt die privat-rechtliche Stiftung Kartause Ittingen gegen 5000 Mitglieder.
(Heutige/ Aktuelle) soziale Einrichtungen / soziale Leistungen
Im Heim und Werkbetrieb der Kartause Ittingen sind Männer und Frauen mit einer psychischen oder geistigen Beeinträchtigung willkommen. Damit wird die klösterliche Tradition der Fürsorge weiter gepflegt. Im Wohnheim im Küferhaus sowie in der Wohntrainingsgruppe im Weiherhuus finden die meisten dieser Menschen inmitten der Kartause ein Zuhause, Arbeit und Sinn stiftende Beschäftigung. Andere, die im Alltag nicht allein bestehen können, kommen täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit im geschützten Rahmen.
Betreute Personen (soziale Plätze): 30 Wohnheimplätze / 3 Plätze im Wohntraining
Beschäftigte (circa Angabe): Rund 60 geschützte Arbeitsplätze
Das Weingut in Zahlen:

Gesamtrebfläche: 8 ha
Ertragsfläche: 8 ha
Historie des Weingutes
Der Weinbau spielte in der Geschichte Ittingens seit dem Mittelalter eine wichtige Rolle. Es darf angenommen werden, dass schon zur Zeit des Augustinerstifts im 13. und 14. Jahrhundert in Ittingen Reben angebaut und Wein gekeltert wurde. Eine eigentliche Blüte aber erfuhr der Weinbau unter den Kartäusern ab Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Auflösung der Kartause 1848. Aus den Aufzeichnungen des Procurators Pater Josephus Wech, der die Güter der Kartause Ittingen von 1743 bis zu seinem Tode 1761 verwaltete, geht hervor, dass der Weinbau in jenen Jahren der einträglichste Wirtschaftszweig der Kartause war und entsprechend gefördert wurde. Pater Josephus setzte grosse Anstrengungen in die Verbesserung der Qualität der Weine. Dadurch ließen sich bessere Preise erzielen. Er gab Anleitung zur Sortenwahl, Fasspflege und Weinbehandlung an die Zehnten- und Lehenszinspflichtigen des Klosters. Mit seiner Politik des Einkaufs und der Lagerhaltung schuf er eine Art mittelfristiges Anlagevermögen, das es ihm erlaubte, hauptsächlich dann zu verkaufen, wenn er infolge guter Nachfrage hohe Preise erzielen konnte oder aber der Kartause bei kurzfristigen Liquiditätsproblemen über die Runden zu helfen. Auch große Investitionen fallen in jenen Zeitraum. Zum Beispiel wurden drei neue Fässer installiert, jedes mit 45000 Liter Inhalt. Eines ist bis heute erhalten geblieben. Auch aus den letzten 25 Jahren der Kartause liegen genaue Aufzeichnungen über den Weinhandel Ittingens vor: Als das Kloster 1836 unter Staatsaufsicht gestellt wurde, wies die Inventur einen Lagerbestand von 13’000 Hektolitern Wein aus, bei einem gesamten Fassungsvermögen, inkl. aller der Kartause gehörenden 24 Keller in den umliegenden Dörfern, von 15700 Hektolitern. In den Jahren 1841 - 1848 wurden durchschnittlich 3000 Hektoliter jährlich eingekellert, was etwa der Ernte von 200 bis 300 ha Rebland entspricht, oder 10 - 15 % der damaligen Rebfläche des Kantons Thurgau. Auf Grund solcher Zahlen muss die Kartause Ittingen in jener Zeit einer der bedeutendsten Weinhandelsbetriebe zumindest der Schweiz, wenn nicht Europas gewesen sein. Zur Zeit der Familie Fehr in Ittingen (1867 - 1977) wurde auf den Weinhandel verzichtet. Wohl aber wurden die eigenen Rebberge bewirtschaftet und der daraus gekelterte Wein selbst vermarktet. Kurz vor der Stiftungsgründung 1977 wurden die Ittinger Rebberge verpachtet, bis sich die Stiftung 1989 entschloss, den Weinbau fortan wieder in eigener Regie zu führen.
Das Weingut im Überblick
Die Weinberge der Kartause Ittingen liegen in unmittelbarer Umgebung des ehemaligen Klosters, eingebettet in die reizvolle Naturlandschaft der Thur (Fluss durch den Thurgau). Besonders erwähnenswert ist die Lage «Kirchwingert», handelt es sich dabei doch um einen der steilsten Rebberge des Kantons Thurgau.
Erklärtes Ziel unserer Sortenvielfalt ist, möglichst für jeden Geschmack und jede Gelegenheit einen passenden Wein bereit zu haben.
Alle unsere Rebberge werden nach den Richtlinien der integrierten Produktion bewirtschaftet.
Unser selbstauferlegtes Prinzip heisst:
Wir bieten unseren Kunden jahrgangstypische, unverschnittene und ehrliche Weine von möglichst hoher Bekömmlichkeit an. Auch hier gilt: So wenig Hilfsstoffe wie möglich, und wenn, dann nur unbedenkliche.
Kontakt zum Weingut
Anschrift:
Stiftung Kartause Ittingen
Weinbau
CH 8532 Warth
Telefon: +41 (0)52 748 44 11
Faxnummer: +41 (0)52 748 44 55
Ansprechpartner
Direktion Gesamtbetrieb: Kurt Schmid
Gutsverwalter und Kellermeister: Heinz Scheidegger
Marketing/Verkauf: Markus Berger
Öffnungszeiten
Die ehemalige Klosteranlage Kartause Ittingen ist täglich frei zugänglich. Die Betriebe wie Restaurant, Museen, Klosterladen haben je unterschiedliche Öffnungszeiten. Der Weinbau ist während den Bürozeiten telefonisch erreichbar. Der Weinkeller ist in den Monaten April bis Oktober jeweils am Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
http://www.kartause.ch/de/gutsbetrieb/weinbau/









