Spitalstiftung der Bürgergemeinde Stadt Solothurn - Solothurn (Schweiz)
Gründungsdatum
Krankenanstalt mit Rebenbesitz urkundlich erstmals 1350 erwähnt. Gründungsurkunde heutiges Bürgerspital mit Rebgut von Papst Martin V vom 22. Mai 1418. Wesentliche Vergrösserung des Rebgutes durch Vermächtnis von 1466 des Schultheissen Niklaus von Wengi dem Älteren und durch Käufe im 17. Jahrhundert.
Die Stiftung
Geschichte und Tradition über mehr als 6 Jahrhunderte. Die treue und tiefe Verbundenheit der Stadtsolothurner zu "ihrem" Rebgut. Die Redewendung: Il a chargé pour Soleure!
(Heutige/ Aktuelle) soziale Einrichtungen / soziale Leistungen
- Alters- und Pflegeheim St. Katharinen
- Alters- und Pflegeheim Thüringenhaus
Beide Häuser sind zugleich auch Ausbildungsstätten für Pflegefachpersonal - Bürgerlicher Krankenfonds
- Fonds für Schülerinnen und Schüler der Krankenpflegeschule
- Waisenfonds
- Stipendienfonds
- Diverse Fonds und Stiftungen zur Unterstützung bedürftiger Menschen
Betreute Personen (soziale Plätze): zwischen 70 und 80
Beschäftigte (circa Angabe): etwa 75
Das Weingut in Zahlen:

Gesamtrebfläche: 11 ha
Ertragsfläche: 11 ha
Historie des Weingutes
Die Geschichte des Rebgutes der Bürgergemeinde Stadt Solothurn ist sehr eng verknüpft mit der Geschichte des Bürgerspitals Solothurn, denn das Spital war die eigentliche Besitzerin dieses Rebgutes. Die Bürgergemeinde Stadt Solothurn, als Eigentümerin des Bürgerspitals (bis 1967), verwaltete zusätzlich zum Spital auch das Rebgut in eigener Regie. Das Bürgerspital Solothurn ist eines der ältesten Spitäler der Schweiz. Es wird im Jahre 1350 erstmals urkundlich als Krankenanstalt erwähnt. Die Gründung des jetzigen Bürgerspitals geht auf den 22. Mai 1418 zurück. An diesem Tag hat Papst Martin V anlässlich eines Besuches in Solothurn eine Urkunde zur Errichtung eines Spitals und einer dazugehörenden Kirche in der Vorstadt unterzeichnet. Schon zu dieser Zeit besaß das Bürgerspital Reben. Ein großer Teil des heutigen Besitzes ist allerdings auf das Vermächtnis des Schultheissen Niklaus von Wengi dem Ältern zurückzuführen. Dieser hervorragende Staatsmann, der im 15. Jahrhundert Solothurn entscheidend zu Herrschaftsgebieten und politischer Bedeutung verhalf, setzte in seinem Testament im Jahre 1466 das Bürgerspital als Haupterbin ein. Das Testament schrieb unter anderem vor, dass den Hospitalisierten nebst Brot, Fleisch und Gemüse jeden Tag auch ein Maß Wein (immerhin 1,5 Liter!) zu verabreichen sei. Dieser Brauch hat sich in etwas moderaterer Weise bis heute erhalten können: Blutspender im Spital erhalten noch heute - nach erfolgter Blutabgabe! - einen halben Liter Weißwein zum Mitnehmen. Aus Dankbarkeit gegenüber seinem großen Donatoren hat das Bürgerspital das Wappen der Wengis - drei goldene Rosen auf rotem Grund - zu seinem eigenen gemacht. Eine weitere beträchtliche Vergrößerung und geographische Ausdehnung des Rebgutes brachte der Anfall des Sury'schen Fideikomisses im Jahre 1479 und der Kauf von Reben im Jahre 1687. Wenn auch im Laufe der letzten 500 Jahre durch Käufe und Verkäufe und in neuerer Zeit durch Güterzusammenlegungen Veränderungen erfolgten, blieb doch die Gesamtfläche des Rebgutes erhalten. Durch diverse Zukäufe in den letzten Jahren, welche zu einem schönen Teil durch Spenden von Bürgerinnen und Bürgern der Bürgergemeinde Stadt Solothurn ermöglicht worden sind, konnte die Gesamtfläche sogar noch leicht erhöht werden. Noch zum Begriff: Il a chargé pour Soleure! Früher wurde der Traubenmost in Fässern auf Flossen und mit Nauen über den See und die Aare nach Solothurn transportiert und erst in Solothurn vinifiziert. Weil der Most auf der langen und beschwerlichen Reise natürlich zu gären begann, war die Mannschaft nach zwar verbotenem, aber doch häufigem und ausgiebigem Genuss bei der Landung in Solothurn oft nicht mehr sehr nüchtern. Bis in die heutige Zeit hat sich daher in der welschen Schweiz das geflügelte Wort: "Il à chargé pour Soleure!" (Er hat für Solothurn "geladen"!) oder die verkürzte Form: "Il est sur Soleure!" (Er ist "auf" Solothurn!) halten können.
Das Weingut im Überblick
Das Rebgut umfasst heute rund 11 Hektaren Rebland - 27 kleinere und größere Parzellen - in den Gemeinden La Neuveville und Le Landeron am Bielersee liegend, Cressier (ohne Seeanstoss), Auvernier und Colombier am Neuenburgersee. Dazu werden noch gegen 100 Aren in Pacht bewirtschaftet und, um den Bedarf abdecken zu können, je nach Jahr noch zwischen 15 bis 20 Tonnen Traubengut zugekauft. Die Betriebsführung und Bewirtschaftung obliegt seit über 10 Jahren einem jungen Oenologen. Zusammen mit zwei hauptamtlichen Rebarbeitern und zwischenzeitlich mit einer mehr oder weniger großen Zahl von Aushilfen (je nach Jahreszeit) wird die ganze Rebfläche zentral von Le Landeron aus bewirtschaftet. Die Bestockung der Rebflächen sieht folgendermaßen aus: 54% Pinot noir (rot), 30% Chasselas (weiss), 8% Chardonnay (weiss), 5% Sauvignon blanc (weiss), 2% Malbec (rot) und 1% Merlot (rot). Dies ergibt folgende durchschnittliche Erntemengen: Pinot noir 39%, Chasselas 44%, Chardonnay 9%, Sauvignon blanc 4%, Malbec 3% und Merlot 1%. Der an der Fachhochschule ausgebildete Oenologe ist auch für die ganze Vinifizierung der Ernte - fast 100 Tonnen Trauben (inkl. Zukauf) - verantwortlich. In den Verkauf gelangen schliesslich gegen 70000 Liter Wein, abgefüllt in 0,75 cl und 0,50 cl Flaschen. Verkaufsanteile: Pinot noir 31%, Chasselas 55%, Chardonnay 7%, Sauvignon blanc 3%, Malbec 3% und Merlot 1%. In Solothurn (Sitz der Verwaltung), wo rund 90% des Verkaufsumsatzes erzielt werden, sind zwei Personen für den Vertrieb unseres Weines und die Betreuung unserer Kundschaft verantwortlich. Für die administrative Leitung und die Koordination ist der Bürgergemeindepräsident in seiner Funktion als Rebgutsverwalter verantwortlich. Eine aus fünf Mitgliedern bestehende Rebkommission befasst sich pro Jahr an 3 - 4 Sitzungen mit Fragen der strategischen Betriebsführung. Das Rebgut hat den Strukturwandel, der in den Achzigerjahren in der Weinwirtschaft unseres Landes einsetzte, heil überstanden. Es konnte sich dank laufender Verbesserung der Betriebsabläufe und Produktionsvorgänge mit Qualitätsprodukten erfolgreich auf dem Markt halten.
Marketing
Der Wein wird grundsätzlich selbst vermarktet. Dabei wird das Schwergewicht auf den Detailhandel (Privatkundschaft, Restaurants) gelegt. In diesem Segment wird heute über 90% des Umsatzes erzielt.
Möglichst laufende Anpassung der Produktion auf die Bedürfnisse der Kundschaft. Bis vor wenigen Jahren wurden aus diesem Grund mit Chasselas bestockte Flächen durch Pinot noir, Malbec und Merlot ersetzt.
Noch 1981 betrug der Anteil der roten Trauben an der Gesamtfläche nur gerade 17%. Heute sind es 57%!
Bei den weißen Trauben - früher nur Chasselas - wurde mit dem Anpflanzen von Chardonnay und von Sauvignon blanc das Sortiment ebenfalls kundenorientiert erweitert.
Aus den besten Lagen geerntete Pinot noir- und Chardonnay-Trauben werden in kleinen Mengen seit einigen Jahren auch in Barrique-Fässern vinifiziert und ausgebaut. Diese Spezialitäten
kommen unter der Bezeichnung „Cuvée Wengi“ in den Verkauf.
Qualitätsförderung
Strenge und konsequente Regulierung der Ernte durch Herausschneiden von zu großem Behang. Die sehr restriktiven Mengenbeschränkungen des Kantons Neuenburg (1,1 kg/m2 für Chasselas-Trauben, alle
anderen Rebsorten 0,9 kg/m2) werden der Qualität zuliebe normalerweise noch unterschritten. Daneben wird
bei der Aufzuckerung und der Schwefelung des Mostes sowie bei der Anwendung von Spritzmitteln und künstlichem Dünger im Rebberg sehr große Zurückhaltung geübt. Das Rebgut wird nach den strengen Grundsätzen
der integrierten Produktion bewirtschaftet. Dementsprechend liegen die im Rebgut geernteten Qualitäten bezüglich der Öchslegrade mit wenigen Ausnahmen immer über dem kantonalen Durchschnitt.
Als Resultat der dauernden Bemühungen, die ohnehin schon hohe Qualität immer noch weiter zu erhöhen, durften in den letzten Jahren anlässlich von internationalen, nationalen und regionalen Weinprämierungen
überdurchschnittlich viele Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze entgegengenommen werden.
Sanierung der Gebäude und Einrichtungen
In den letzten drei Jahrzehnten wurden diverse grössere Sanierungen und Modernisierungen durchgeführt. Die Investitionen an Gebäuden und Einrichtungen belaufen sich in diesem Zeitraum auf über 3,5 Millionen Franken.
Umsatzentwicklung
Bis 1982 bewegte sich der Verkaufsumsatz jeweils zwischen CHF 400000.-- und 500000.-- pro Jahr. Im Zeitraum 1983 – 1990 wurde bei Erträgen von bis zu 130 Tonnen (keine oder viel geringere Mengenbeschränkungen) pro Jahr
Wein für rund CHF 750000.-- verkauft. Seit 1990 kann, trotz weit geringerer Mengen, aber dank der Produktion von Weinen in höheren Preissektoren, mit Verkaufserlösen von rund einer Million Franken gerechnet werden.
Dank dieser erfreulichen Umsatzentwicklung konnten die vorher erwähnten Investitionen zu einem großen Teil aus den laufenden Betriebsergebnissen finanziert werden.
Kontakt zum Weingut
Anschrift:
Spitalstiftung der Bürgergemeinde Stadt Solothurn,
Unterer Winkel 1,
CH - 4502 Solothurn
Telefon: 0041 32 622 62 21
Faxnummer: 0041 32 623 78 08
Ansprechpartner
Büro/Verkauf: Urs Nobs
Gutsverwalter: Christoph Oetterli Kellermeister: Christoph Kaser
Öffnungszeiten
Verkaufskeller Solothurn: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 14.00 - 18.30 Uhr, jeweils am 1. Samstag des Monats von 09.00 - 12.00 Uhr. Ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten und auch im Betrieb in Le Landeron: nach telefonischer Absprache.









